10 Gründe Bitcoin nicht zu kaufen

10 Gründe Bitcoin nicht zu kaufen

Der Bitcoinkurs ist weiterhin auf einer Achterbahn unterwegs. Wer im Sommer 2017 eingestiegen ist, hat aber weiterhin beachtliche Kursgewinne. In meinem damaligen Beitrag „10 Gründe, warum es Sinn macht, jetzt in Bitcoin zu investieren habe ich Argumente erläutert, die dafür sprechen. Heute werde ich die Kryptowelt nicht nur von der positiven Seite betrachten. Es gibt eine Vielzahl von Gefahren und Argumenten, die gegen den Kauf von Bitcoin sprechen. In weiterer Folge beschreibe ich 10 Gründe Bitcoin nicht zu kaufen.

Bitcoin ist in einer Blase

Der Preis von Bitcoin, wie auch der Kurs jeder Währung, wird durch Vertrauen bestimmt. Den inneren Wert von Bitcoin zu bemessen ist schwierig und hat viel mit Vertrauen in die Funktion von Bitcoin zur Speicherung von Wert zu tun. Gold hat zusätzlich zu seiner Funktion als Speichermedium für Wert noch einen physikalischen Wert, den Bitcoin nicht hat. Gold wird auch als Schmuck, in der Medizin oder Elektronik verwendet. Wenn das Vertrauen in die Funktion als Wertspeicher für Bitcoin wegfällt, wird der Kurs weiter sinken.

Bitcoin hat eine hohe Volatilität

Volatilität misst die Preisschwankung in einem definierten Zeitraum. Die Kursschwankungen von Bitcoin sind weiterhin sehr hoch, was Bitcoin sehr unberechenbar macht. (Unter dem Link https://www.buybitcoinworldwide.com/volatility-index/ sieht man die Entwicklung der Volatilität von Bitcoin). Wer Bitcoin gegen Fiat-Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt einlösen möchte oder muss, ist von Kursschwankungen bis zu 50% bedroht.

Bitcoin verursacht hohe Energiekosten

Alle Bitcoin-Transaktion werden in Blöcken abgespeichert. Um Sicherzustellen, dass dieser Block gültig ist, wird er durch einen Code (ein sogenannter Hash) abgesichert. Der mathematische Algorithmus, um diesen Code zu ermitteln, ist so angelegt, dass er 10 Minuten benötigt, um diesen zu ermitteln. Dieses Verfahren wird als „Proof of work“ bezeichnet und gilt als das derzeit sicherste Verfahren. Der Nachteil von Proof of work sind aber hohe Energiekosten für Server, um diese Arbeit zu erledigen. Die Schätzungen wie hoch dieser Energieverbrauch ist, gehen auseinander. (siehe auch http://deflation.market/is-gold-or-bitcoin-a-bubble-how-much-energy-do-they-consume/) Sicher ist aber, dass Proof of work eine hohe CO2 Belastung verursacht (https://futurezone.at/digital-life/bitcoin-erzeugt-riesigen-oekologischen-fussabdruck/295.929.639).

Bitcoin benötigt Eigenverantwortung

Eines der Grundprinzipien von Bitcoin wird durch „be your own bank“ beschrieben. Mit diesem Prinzip geht eine große Eigenverantwortung einher, denn die Verwaltung von Bitcoins ist nicht für jedermann geeignet. Wer bei der Absicherung seiner Bitcoins nicht entsprechend aufpasst, kann sein ganzes Geld verlieren. Die Gefahr ist nicht nur durch Sicherheitslücken oder Hackerangriffe gegeben. Selbst durch Unachtsamkeit können Millionenwerte zerstört werden. Es gibt keine zentrale Stelle, die bei Problemen helfen kann, da Bitcoin als dezentrale und nicht regulierte Währung konzipiert wurde, um nicht von Zentralbanken und anderen Institutionen abhängig zu sein. Gerade diese Tatsache verunsichert aber viele. Es ist diese Eigenverantwortung mit der viele Menschen nicht umgehen können.

Verbot durch Behörden

Nicht in allen Ländern ist die Situation so wie in Japan, wo Bitcoin bereits als offizielles Zahlungsmittel anerkannt wird. Gerade der Ruf von Bitcoin, hauptsächlich für Waffen und Drogengeschäfte verwendet zu werden, spielt hier mit.

In Staaten, die sich in einer Währungskrise befinden, wird der Besitz von Gold sehr oft verboten. In den Vereinigten Staaten war der Besitz von Gold bis 1974 verboten. (https://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot). Es ist der Verlust von Macht und Kontrolle, die zu diesen Verboten führen. Die Anzahl von Staaten in denen der Besitz von Bitcoin verboten ist, ist gering. Dennoch steht die Gefahr im Raum.

Fehlende Akzeptanz von Bitcoin als Währung

Bitcoin ist eine Währung mit zwei Funktionen. Einerseits die Rolle als Store of value, also die Funktion als Inflationsschutz Wert zu erhalten. Damit nimmt Bitcoin eine ähnliche Rolle, wie Gold ein. Andererseits die Rolle als Mittel zum Austausch (https://en.wikipedia.org/wiki/Store_of_value) oder Medium of Exchange, (https://en.wikipedia.org/wiki/Medium_of_exchange) wie bei Fiat-Währungen. Es besteht der Wunsch, einfach mit einer Bitcoin-Wallet in ein Geschäft zu gehen, um etwas damit kaufen können. Derzeit scheitert es noch daran, dass nur sehr wenige Shops Bitcoin als Währung akzeptieren.

Hohe Transaktionsgebühr bei Kleinbeträgen

Eine Bitcoin Transaktion verursacht aber Transaktionsgebühren. Im Gegensatz zu einer Kreditkartenzahlung ist diese Gebühr vom Sender, also vom Käufer zu bezahlen. Durch die steigende Nachfrage bedingt durch die steigende Anzahl von Transaktionen, ist eine einzelnen Transaktion sehr teuer. Kurz vor Weihnachten 2017, ist diese Gebühr auf fast 40 USD angestiegen. Es versteht sich also von selbst, dass bei diesen hohen Kosten, Bitcoin für Kleinbeträge nicht genutzt werden kann.

Unterschiedliche Player

Die Bitcoin und Crypto Community ist nicht eine geeinte Gruppe. Bitcoin ist eine dezentrale Währung und hat damit auch keine einheitliche Führung. Uneinigkeiten führen dazu, dass es zu Abspaltungen (sogenannten Forks) kommt. In der nahen Vergangenheit, sind dadurch Bitcoin Cash und Bitcoin Gold entstanden. Teilweise werden diese Forks von Minern mit einer großen Marktmacht (die durch deren Miningpower ausgedrückt wird) provoziert. Dies führt dann wieder zu Risiken durch eine zu starke Zentralisierung und widerspricht damit den Grundprinzipien von Bitcoin.

Außer Bitcoin gibt es auf Coinmarketcap (https://coinmarketcap.com/) über 1000 an gelisteten weiteren Coins. Der Großteil von ihnen wird wieder verschwinden, aber möglicherweise ist eine Coin darunter, die besser als Bitcoin ist und vielleicht wird dadurch Bitcoin verschwinden. Welche Coin dies ist, kann heute aber nicht gesagt werden.

Volkswirtschaftliche Unsicherheit (Deflation)

Eine Währung, die wie Bitcoin in ihrer Menge beschränkt ist, bleibt damit aber auch von Deflation betroffen. Da unser heutiges Wirtschaftssystem auf Inflation und Wachstum beruht, ist noch nicht absehbar, wie sich diese Deflation auf unser Wirtschaftssystem auswirkt (siehe dazu auch https://bitcoinblog.de/2015/01/29/einfuhrung-in-die-blockwirtschaftslehre-die-deflation/).

Bitcoin ist nicht anonym

Transaktionen in Bitcoin werden ohne persönliche Daten gespeichert. Damit ist Bitcoin aber nicht anonym. Bei jedem Wechsel von Fiat-Geld, wie Euro oder USD, wird von seriösen Anbietern eine persönliche Identifizierung, wie bei einem Bankkonto verlangt. Durch die weitere Analyse der Transaktionslogs, kann damit jede Transaktion nachvollzogen werden.

Wie stehen Sie dazu? Ist Bitcoin eine Blase, die bald zusammenbricht? Oder sind wir gerade mitten in der größten Revolution des Währungssystems, wie wir es kennen?

 

 

 

Von | 2018-02-26T12:54:13+02:00 Feb 12|

3 Kommentare

  1. Michael 2018-02-20 um 11:30 Uhr - Antworten

    Tja. Mag ja alles sein. Ich habe 2012 genau einhundert EUR investiert. Diese 100 Euro habe ich damals für nichts weiter gebraucht, hätte auch einen Totalverlust verschmerzen können. Dasselbe habe ich seither jedes Jahr im Januar wiederholt. Immer nur 100 Euro.
    Erstmals 2017 im Sommer und dann wieder im Dezember den bisherigen Einsatz plus 100 % Gewinne rausgenommen. Die Bitcoins ansonsten bis jetzt einfach liegen gelassen.
    Das vgl. weise geringe Risiko dass ich eingegangen bin (die jeweils 100 Euro waren wie gesagt für mich nicht lebensnotwendig) hat sich gewaltig rentiert.
    Ob es in Zukunft so weiter geht weiß ich natürlich nicht. Niemand weiß es. Persönlich bin ich optimistisch. Der Bitcoin ist bisher noch nach jeder Krise wieder aufgestanden. Werde an meiner Strategie festhalten.

    • Peter Pirker 2018-02-20 um 13:38 Uhr - Antworten

      Danke fürs Feedback. Ich bin persönlich auch optimistisch für die Zukunft von Bitcoin und es gibt viele wie Sie, für die es sich rentiert hat. Aber Bitcoin wird sich dann bewähren, wenn es nicht nur als Spekulationsobjekt sondern wirklich als Zahlungsmittel genutzt wird. Ansonsten geht der innere Wert von Bitcoin verloren und er bleibt so volatil wie bisher. Ihre Anlagestrategie ist gut, aber schon mal daran gedacht mit Bitcoin auch zu bezahlen?

      • Michael 2018-02-22 um 12:17 Uhr - Antworten

        Ja, habe ich. Einige wenige Dienstleistungen, Software und auch Hardware habe ich mit Bitcoin bezahlt. Alles im direkten Umfeld von Bitcoin, online.
        Für den Alltag ‚da draußen‘ gibt es leider noch immer viel zu wenig Akzeptanzstellen. Besonders auf dem Lande. Deutschland ist leider noch immer totale Diaspora im Vergleich zu seinen Nachbarn im Süden und Westen.
        Wenn es erst mal verbreitet einfachen Zugang per ATM’s gibt, und SegWit mit lightning die Transaktionen schneller und preiswerter machen, wird es eine wahre Freude sein direkt mit BTC zu bezahlen.

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